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Fertigmahlzeiten machen dick

Wir haben es ja schon immer vermutet, aber jetzt ist es auch wissenschaftlich bestätigt: Fertiggerichte machen nun mal dick. Eine Studie im Auftrag des National Health Institutes (NHI), durchgeführt vom Forschungsteam um Kevin Hall wies nach, dass Fertiggerichte nachweislich dick machen. Mehr zur Studie erfährst du hier.


Wer kennt das nicht: Urlaub. Frühstücksbuffet im Hotel: Würstchen, Pancakes, Rührei & Co. Da schlägt man schon mal zu. Im Urlaub ist das ja ok. Im täglichen Leben nicht, wie nun auch eine neue Studie des NHI in den USA zeigt. Über vier Wochen nahmen 20 Freiwillige, jeweils zur Hälfte Frauen und Männer, an einem experiment Teil bei dem sie Frühstück, Mittagessen und Abendessen im Labor einnehmen mussten. Die Freiwilligen wurden in zwei Gruppen eingeteilt und bekamen unterschiedliche Menüs.


Eine Gruppe bekam Mahlzeiten vorgesetzt, die aus fast unverarbeiteten Lebensmitteln bestanden (z.B. Haferflocken, frisches Obst & Gemüse etc.). Bei der zweiten Gruppe bestanden die Mahlzeiten aus stark verarbeiteten Lebensmitteln (z.B. Würstchen, Apfelsaft etc.). Um die Ergebnisse vergleichbar zu halten war die Nährstoffzusammensetzung (die Mengen an Zucker, Fetten, Kohlenhydraten, Eiweiß, Ballaststoffen, Salzen etc. aus denen ein Lebensmittel besteht) genau gleich. Die Versuchsteilnehmer durften jedoch so viel essen wie sie wollten. Nach zwei Wochen wurden die Menüs getauscht um die Entwicklung umzukehren.


Die Ergebnisse sind verblüffend eindeutig. Nach nur 14 Tagen hatten die Freiwilligen, die am Experiment teilnahmen, im Schnitt 1kg Körpergewicht zugelegt, während jene, die sich gesund ernährten ca. 1 kg abnahmen.


Wie man der Grafik von Hall et al. 2019 entnehmen kann nahmen die Probanden, die das stark verarbeitete Essen zu sich nahmen im Schnitt pro Tag ca. 500 kcal mehr zu sich als jene, die das gesunde Essen aßen, was auch die Gewichtszunahme erklärt. Die Gründe dafür können aus dem Experiment jedoch nicht abgeleitet werden. Es gibt jedoch Hinweise auf mögliche Erklärungen: Die stark verarbeiteten Lebensmittel wurden schneller zu sich genommen als die wenig verarbeiteten. Es ist daher naheliegend, dass der Körper zu spät auf die "Stopp"-Taste drückt und signalisiert, dass er satt ist. Eine weitere Erklärung liegt vielleicht an den haptischen Eigenschaften von Fertigessen, das vielleicht zu einem vermehrten Konsum anregen, spekulieren die Forscher.


Warum greifen Menschen aber zu Fertigprodukten? Zwei Faktoren spielen hier meist eine entscheidende Rolle: Zeit und Kosten. Frische Lebensmittel sind oft teurer als Produkte aus dem Karton, der Dose oder dem Gefrierschrank. Auch die Zubereitung dauert länger. Und Zeit ist Geld. Man zahlt also doppelt drauf, wenn man sich oder seine Familie gesund ernähren möchte.


Will man etwas verändern gäbe es unterschiedliche Ansatzpunkte:

- Ungesunde Lebensmittel teurer machen (z.B. Fett- & Zuckersteuer).

- Hochwertige, frische und unverarbeitete Lebensmittel günstiger machen (z.B. durch Subventionen, Richtlinien für Kantinen).

- Kinder schon früh in die Lebensmittelzubereitung mit einbeziehen (meine Schulstories sind hier eine andere Geschichte ;-))

- Uns ein Beispiel an den Franzosen nehmen: Für das Essen nehmen sie sich Zeit und man macht es in der Regel gemeinsam und ohne Stress. Man genießt.


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